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Geschichte

Seit der Gründung am 12. April 1975 wird jedes Jahr im Januar ein Theaterstück im Pfarreisaal zum Besten gegeben. Das Theaterspielen in Weggis ist jedoch nicht erst mit dem Theater-Verein entstanden. Vielmehr kann das dörfliche Theaterleben auf eine mehr als 150-jährige Geschichte zurückblicken.

von Lori Burkhalter

Erste Theatergesellschaft

Aus Aufzeichnungen von Bruno Hofmann (ehem. Hotel Central) aus dem Jahre 1992 kann entnommen werden, dass die erste Theatergesellschaft bereits im Jahre 1849 durch den damaligen Landarzt in Weggis, Dr. Johann Gehrig, gegründet wurde. Dargeboten wurden anfänglich Einakter bei verschiedenen Vereinsanlässen. Das erste abendfüllende Stück, ein Singspiel in vier Akten, gelangte 1853 zur Aufführung. In der Folge wurde alle 2 Jahre gespielt, bis 1894 im Hotel Gehrig (später Paradies), danach zwei Jahre im Hotel Löwen (heute Beau Rivage).
Alsdann erfolgte eine Pause, denn es musste nach einem neuen Theatersaal umgesehen werden. Man schrieb das Jahr 1913. In der neuen Braui (Schweizerhof) wurden eine Bühne mit drei Umkleide- und Schminkräumen sowie ein grosser Saal mit 330 Sitzplätzen gebaut. Ermöglicht wurde dieser Bau durch Andreas Zimmermann, bekannt unter dem Namen “Major Zimmermann”, Posthotel, der Vormund der Kinder Zimmermann, Braui, war. 

Heimatschutztheater Weggis

Andreas Zimmermann (1869 - 1943) prägte das Weggiser Theatergeschehen bedeutend mit, einerseits als Autor von 7 abendfüllenden Lust- und Volksspielen sowie mehreren Einaktern und anderseits als Regisseur und Präsident des im Jahre 1913 gegründeten Heimatschutztheaters. Sein wohl bekanntestes Werk, das Dialekt-Volksstück “Älplerchilbi” wurde 1916 uraufgeführt. Schon bald gelangte die Weggiser Theaterkunst weit über die Dorfgrenzen hinaus zu grosser Beliebtheit. Sogar auswärts wurden Gastspiele in namhaften Häusern zum Besten gegeben, so u.a. in den Stadttheatern von Luzern, Sursee und Solothurn, im Gondeldinger Casino, Basel und an der Landesausstellung 1939 in Zürich. Die beiden Weltkriege brachten längere Spielpausen, ab 1946 konnte man Jahr für Jahr die einheimische Theaterkost geniessen. Im Jahre 1965 stellte der Schweizerhof den Bühnenbetrieb ein und damit ging auch die Ära des Heimatschutztheaters zu Ende, denn ein anderer Aufführungsort dieser Dimension war nicht vorhanden.

Jungmannschaft/Jugend-Team

Ein Jahrzehnt lang (1966 bis 1975) spielten dann einige Freunde des Laientheaters auf der Bühne des Pfarreiheimes, vorerst im Rahmen des Jungmannschaftsprogrammes und später, nach Auflösung der Kath. Jungmannschaft, unter dem Namen des “Jugend-Team”. Diese kleine Gruppe von Spielern, die die Theatertradition in Weggis trotz bescheidener Infrastruktur, dafür aber mit viel Herz und Engagement, am Leben erhalten hat, verdient es erwähnt zu werden:
Als Initiant stand Kaspar Schilliger, Baumenweid, im Vordergrund. Jahr für Jahr konnte er auf die treue Mithilfe von Margrith Kempf, Theres Haas, Ruth Kälin, Seppi Hofmann und Otti Schilliger zählen. Die Regie übernahm in verdankenswerter Weise Josy Lottenbach (Gold-Josy), der seine langjährigen Erfahrungen aus der Zeit des Heimatschutztheaters einbringen konnte, ebenso die Souffleuse Frieda Hofmann-Zimmermann und Coiffeur Fredy Schlatter. 
Da diese Gruppe aus durchwegs jungen Leuten bestand, die häufig berufsbedingt aus Weggis fortzogen, war es nicht immer einfach, genügend Spielfreudige zu finden. Zudem floss für das Jugend-Team regelmässig ein schöner Erlös in die Kasse, von welchem die Spieler später weder Taten noch Werke sahen. So wurde während der Proben im Januar 1975 der Gedanke wach, eine neue, selbständige Theatergruppe zu gründen.

Theater Weggis

Januar 1975:

Nach der Theatersaison im Januar 1975 - gespielt wurde das Stück “Wolke über de Breiti”, welches von gutem Erfolg gekrönt war und auch einen schönen Batzen abwarf - taten sich einige Mitspieler/innen und Mithelfer/innen zusammen. Gedanken wurden ausgetauscht, Statuten entworfen, langsam entstand ein Vereinsgebilde. Da das Pfarreiheim als Spielort diente, wurden auch Pfr. Josef Pfenniger und Kaplan Franz Birrer konsultiert. Diese begrüssten die Gründung einer neuen Theatergruppe, wünschten aber die Angliederung an die Pfarrei, also ein Pfarreiverein. Dies war kein Hindernis, im Gegenteil, gab uns dies doch die Möglichkeit, Saal und Bühne des Pfarreiheimes zu günstigen Konditionen zu benützen. Anderseits war natürlich die Mithilfe bei Pfarreianlässen, wie z.B. Fasnacht, usw. gefragt, was für uns selbstverständlich war.

Februar 1975:

Dass wir ein tatkräftiger Verein werden wollten, bewiesen wir bei der Dekoration für die Pfarreifasnacht und bei der anschliessenden Räumung. 

1. März 1975:

Für die mustergültige Ordnung nach den Theateraufführungen und der Pfarreifasnacht sowie die prompte Bereitstellung des Saales für die Projektausstellung für ein Altersheim offerierte uns Hr. Pfr. Pfenniger ein Nachtessen. 

12. April 1975:

Nun war es soweit: Gründungsversammlung der Theatergruppe Weggis im Hotel Waldstätten. Die Gründungsmitglieder, mit Ausnahme von Herrn Kaplan Franz Birrer, waren alles junge, initiative Leute im Alter von 19 - 36 Jahren: 

Bättig-Meierhans Berta
Birrer Franz, Kaplan
Hauser Daniel
Hofmann Bernadett, Untereggi
Hofmann Josef, Untereggi
Hofmann Vreny, Oberschönegg
Küttel-Seeholzer Frieda, Geissbühl
Murer Lori, Azalea
Schilliger Kaspar, Baumenweid
Schilliger Otti, Unterlinden
Schwab Ursi, Kindergärtnerin
Weingartner Josef, Molkerei
Zimmermann Alois, Kruelen

1. Vorstand:

Präsident:

Schilliger Otti

Aktuarin:

Hofmann Bernadett

Kassier:

Weingartner Josef

Bühnenchef/Materialverwalter:

Zimmermann Alois

Beisitzer:

Schilliger Kaspar

 

Wie aus dem Protokoll zu entnehmen ist, ging es nach der eigentlichen Gründungsversammlung heiter und fidel weiter. Man hatte den Plausch an lustigen Spielen sowie an einer amerikanischen Versteigerung. Der Erlös ging an die Kasse und bildete ein kleines Startkapital.

Erste Theatersaison 1975/76:

Voller Tatendrang und mit grossem Unternehmungsgeist starteten wir in die erste Vereinssaison. Der Schwank “Schlau muess me sy” wurde unter der bewährten Regie von Josy Lottenbach einstudiert. Wir standen mit geringen finanziellen Mitteln vor dieser ersten Saison. Doch an guter Zusammenarbeit fehlte es nicht. Gab es manchmal auch Meinungsverschiedenheiten, so hielten doch alle zusammen und jedes Mitglied opferte viele Stunden, um unnötige Ausgaben zu vermeiden. Ob diese Anstrengungen wohl belohnt würden? Nach der intensiven Probezeit kamen endlich die ersehnten Aufführungen. Die Eintrittspreise waren bescheiden: Fr. 4.50 für Erwachsene, Fr. 1.50 für Kinder! 850 Zuschauer erwiesen uns die Ehre und freuten sich an unserem heiteren, fröhlichen Theaterspiel. Der Gewinn war beträchtlich, über Fr. 3’000.--. Dies musste gefeiert werden und zwar mit einem feinen Nachtessen bei Beni im Hotel Gotthard. Übrigens ist dieses Saisonabschlussessen im Gotthard heute noch Tradition. Unser Erfolg im ersten Vereinsjahr war damit noch keinesfalls beendet. Für den Altleute-Nachmittag hatten wir den Einakter “En raffinierte Mieter” einstudiert. Dieses lustige Stück fand grossen Anklang und es trafen weitere Anfragen für Aufführungen ausserhalb des Dorfes ein. Unsere “Tournee” führte uns bis nach Meggen und Immensee, wo auch eine Grippe-Epidemie unter den Darstellern den Theaterhimmel nicht zu trüben vermochte.

Mit grosser Zuversicht sahen wir unserer weiteren Theaterzukunft entgegen, zumal inzwischen bereits 7 neue Mitglieder in die Gruppe aufgenommen werden konnten, u.a. Regisseur Josy Lottenbach, der zugleich zum ersten Ehrenmitglied ernannt wurde, und Michi Lothenbach. Beide waren bereits im früheren Heimatschutztheater ein Begriff und brachten grosse Theatererfahrung mit, von der wir nur profitieren konnten. Die beiden bestandenen Herren taten der Gruppe auch menschlich gut, wirkten sie doch oft als Vermittler zwischen den sonst so jungen “Hitzköpfen”, sprachen ein Machtwort oder vermochten mit ihrer natürlichen Autorität wieder Ruhe ins Gefüge zu bringen. 
Dass es ab und zu zu Turbulenzen kam, lag auf der Hand. Um die breite Palette von Charakterrollen eines Theaters ideal zu besetzen, sind Personen von unterschiedlichster Wesensart nötig: temperamentvoll, hitzig, ruhig, lieb, fröhlich, bieder...... Wie könnte da immer eitel Sonnenschein geherrscht haben? Schliesslich steckte der Verein noch tief in den Kinderschuhen und es mussten ja noch so viele Erfahrungen gesammelt werden. Wie heisst es doch so schön: Aus Erfahrung wird man klug oder Erfahrung ist die Summe aller Irrtümer! So gab es in der Anfangszeit häufige Wechsel in der Vereinsführung bis sich eine gewisse Stabilität einstellte.

Bisherige Vereinspräsident/innen:

Otti Schilliger

1975 - 1976

Alois Zimmermann

1976 - 1977

Kaspar Schilliger

1977 - 1981

Otti Schilliger

1981 - 1985

Ursi Schwab

1985 - 1991

Alex Birrer

1991 - 1996

Lori Burkhalter

1996 - 2002

Ruth Feuillet / Sabrina Heppner

2002 - 2004

Ruth Feuillet

2004 - 2009

Patricia Burkhalter / Tom Zurmühle

2009 - 2013

Patricia Burkhalter

2013 - 2014

Patricia Burkhalter / Konrad Dahinden

seit 2014

 

Der Erfolg des ersten Vereinsjahres gab uns den nötigen Auftrieb für weitere Taten. Auch die vielen lustigen Theaterproben, die bisweilen weit über Mitternacht hinaus dauerten, waren Animation genug, etwas zu unternehmen, um die langen und sonst so stillen Winterabende zu verkürzen. Unser Ziel war es, die Weggiser Theatertradition fortzusetzen und dem Publikum fröhliche, heitere Theaterkost zu bieten. Jedes Jahr wollten wir mit einer neuen Produktion aufwarten, was uns bis heute gelungen ist. 

Bisher gespielte Stücke der Theatergruppe Weggis:

1976

Schlau muess me sy

1977

s’neu Stüürgsetz

1978

De dopplet Ueli

1979

s’Höhrrohr

1980

d’Fischerei Liechti

1981

s’Härz am rächte Fläck 

1982

Verrächnet

1983

d’Familie Nägeli

1984

Yversucht

1985

Was me het, het me

1986

Es uverschämts Glück

1987

Vier Fraue und ei Maa

1988

E Stube voll Meitli

1989

E tolli Familie

1990

s’Hotel zum letschte Batze

1991

Es gwagts Spiel

1992

De Pantoffelheld / Himmelspforte 25

1993

s’Familie-Chraftwerk

1994

d’Putzfrau als Detektiv

1995

De Häfelibrönner vo Bätziwil

1996

E Blitz i d’Bettstatt

1997

Gschtürm im Stägehus

1998

Ächli ä eigeartigi Dame

1999

Sind riichi Lüüt giezig?

2000

E Portion Notlüüge

2001

Das Haus in Montevideo

2002

D'Bärgprinzässin

2003

De Neurose-Kavalier

2004

Nei au so öppis…

2005

De Güggel-Chrieg

2006

Uf Bali und zrugg

2007

Was mer hed, hed mer

2008

Bäckerei Dreyfuess

2009

Gfährlichs Internet

2010

Hotel Mimosa

2011

Heavy Beethoven

2012

Alles Gauner!

2013

s'rote Spitzehösli

2014

De rot Koffer

2015

Mit Verluscht muesch rächne...

2016

Zwüsche Wahnsinn und Mallorca

2017

Hilfe, mier hend Bsuech!

2018

Der Fall Mara Simpson Friedli

 

Theaterreisen:

Unser Fleiss sollte belohnt werden. So unternahmen wir im Sept. 1977 eine erste, unvergessliche Theaterreise nach Samnaun. Die herrlichen, lustigen Erlebnisse und die ausreichenden finanziellen Mittel bewogen uns, als Lohn für den grossen Einsatz nebst dem jeweiligen Saison-Abschlussessen im Gotthard jährlich eine 2-tägige Reise durchzuführen. Bis 1988 wurde dies denn auch eingehalten und es gäbe manche amüsante Episode zu berichten.... 
Mit der zunehmenden Mobilität und dem steigenden Angebot für Individualreisen ging das Interesse an Vereinsausflügen etwas zurück. Man legte sich alsdann auf einen 2-jährigen Ausflugsrhythmus fest. Besonders in Erinnerung bleiben dürften dabei die Jubiläumsreisen in die Theatermetropolen Salzburg, Wien und Verona.

In der theaterlosen Sommerzeit wurde das Vereinsleben mit verschiedenen Anlässen gepflegt: Schiffhütten-Plausch in der Baumenweid, gemütliche Wanderungen nach Hinterbergen, Grill-Abende im “Chruelen-Bändli” (wo das Dessert mit der Motorsäge zerschnitten werden musste), Besuche des Höhlenfestes in Vitznau, Theaterbesuche u.a. im Stadttheater Luzern und Seldwyla 91 auf der Rigi, usw..

Investitionen im Pfarreiheim:

Schon nach kurzer Zeit unserer Existenz hatte sich ein kleines Vereinsvermögen angehäuft, welches wir für eine bessere Infrastruktur rund ums Theater einsetzen wollten. Als erstes wurde an der GV 1979 beschlossen, im Foyer des heutigen Jugendraumes Schränke für die vielfältigen Vereinsutensilien einzubauen. Die 80iger Jahre waren geprägt von weiteren grösseren Investitionen, so u.a. die Anschaffung einer neuen Bühnenbeleuchtung und der komplette Bühnenneubau, ein Gemeinschaftswerk mit der Pfarreiheimstiftung. Nebst der jährlichen Gewinnabgabe (anfänglich 1/3, später 1/5) leistete die Theatergruppe weitere namhafte Beiträge an verschiedene Pfarreiheim-Einrichtungen und konnte so im Laufe der Jahre nicht nur die Qualität des Theaters steigern sondern auch unter erleichterten Bedingungen arbeiten. Dem unerschöpflichen Einfallsreichtum unseres Theater-Allrounders und Tüftlers Otti Schilliger ist es zu verdanken, dass wir heute über beste technische Einrichtungen verfügen. So können wir z.B. das Bühnengeschehen in der Garderobe via Fernseher mitverfolgen. Seit der Saison 2000 dürfen wir nun in den neugestalteten Pfarreiheimräumen spielen. An dieser Stelle sei dem Kirchenrat Weggis für den gelungenen Umbau herzlich gratuliert und gedankt.

Erste Krise:

Auf die Saison 1981 hin gab Regisseur Josy Lottenbach seinen Rücktritt bekannt. Als Nachfolger stellte sich Präsident Kaspi Schilliger zur Verfügung. Mit dem Stück “s`Härz am rächte Fläck” hatte man einen glücklichen Griff gemacht und es konnte erstmals die stolze Zuschauerzahl von 1’000 erreicht werden. Trotz des grossen Erfolges stellte sich eine erste ernsthafte Krise ein. Dass Geld allein nicht glücklich macht bewahrheitete sich. Nebst den Rollen auf der Bühne spielen auch die zwischenmenschlichen Beziehungen in der intensiven, hektischen Theaterzeit eine grosse Rolle. Die ständige Nähe während der Aufführungen bringt zwar viele lustige und gemütliche Stunden, erfordert aber auch viel Kraft, Toleranz und Verständnis, zumal sich permanenter Schlafmangel dazu gesellt. Damit umzugehen musste erst gelernt werden. In einer eigens einberufenen Vereinsversammlung im Frühjahr 1981 wurde diskutiert, kritisiert und korrigiert. Zum Glück konnte alles wieder ins rechte Lot gerückt werden und mit guter Zuversicht und einem neuen Regisseur, Stefan Müller, Sek-Lehrer in Weggis, stieg man in die neue Saison.

Harmonische 80iger-Jahre

Die weiteren 80iger Jahre verliefen dann weitgehend harmonisch und geprägt von grossem Unternehmergeist. Unser langjähriger Aktuar Köbi Egli (1979 - 1988) brachte einen ersten Hauch Professionalität in die Saison-Vorbereitungen. Aus seiner Tätigkeit im Chrämerhus verstand er es, die Werbetrommel anzukurbeln, was sich sehr positiv auswirkte. Neben seinem Geschäftssinn war er der geborene Geniesser, und wir verbrachten manche gemütliche Stunde bei Spaghetti und Wein in seinem Heim im Pannerhof. Aus dieser Zeit stammen auch seine herrlichen Saison-Rückblicke in Gedichtform, natürlich in seinem Ostschweizer-Dialekt:

Theatersaison 1979, s’Höhrrohr:

Wer isch das, wo dur dä Pfarreisaal rennt?
Ich weiss es, dä Otti isch wieder im Element,
uf dä Bühni sis Werchzüg scho umelyt,
es isch halt wieder emol Theaterzyt.
Au dä Josy schtoht im Saal und luegt umenand,
er hät ändli sis Theatervolch jetz binänand.
S’Probe goht aa, mir alli sind do,
wenn s’Uswändiglehre nur besser wör goh!
Muesch lüüter rede, und dütlicher au
und du lauf langsam, hä so losid doch au,
döt fählt no öppis, s’muess besser goh,
wo händer dä Chopf au, das goht nöd äso.
Dä Josy korrigiert, zeigt wie mer’s macht,
schlurft sälber über Bühni, macht vor wie mer lacht.
Und langsam wird’s besser, no eis fählt no, 
wenn s’Uswändiglehre nur besser wör goh!
So langsam gohts de uf d’Uffüehrige zue, 
mir alli sind gschpannt, kei’s hät meh si Rueh,
mer werdet nervös und fanged a schwitze,
wenn nur ändli dä Text wör besser sitze!
Jetz isch äs so wyt, mier sitzed im Chäller,
dä Hausi sortiert s’Lotterie-Münz i d’Täller,
d’Silvia und d’Priska träged Schminki uf, 
dä Chaschpi bringt Gläser, mier trinked eis druf,
d’Frieda und d’Moni schtieged in Flüschterchaschte,
d’Frieda tuet flüschtere und d’Moni druckt d’Taschtä,
dä Kurt zieht am Vorhang und d’Bühni wird frei,
jetz sind mer alli bi s’Bürkis dähei.
Das goht jo ganz guet, alli sind bi dä Sach,
wer hät das dänkt nach de Prob letscht Nacht?
Dass dä Opa trotz achzgi isch än pfiffige Wicht,
hät mer schpöteschtens gmerkt, wo n’er d’Muusfallä gricht.
Isch d’Berta au luut und bissig und bös,
dä Sepp bliebt en Trottel, dä wird nöd nervös.
Au s’Lieseli und dä Hans sind richtig deby
und haltet bim Schmuuse drei Sekunde y.
Wie d’Vrenä dä Tobias über Bühni ie zieht,
me chönnt meine, sie heb dähei mit äm eigne Maa güebt.
Dä Tobias sälber seit nöd viel däzue.
trinkt Schnaps bi s’Bürkis, dähei chäm er nöd däzue.
Scho bim erschte Uftritt, nöd z’letscht wägem Muul,
hät mer gmerkt, bim Balsiger isch irgend öppis fuul.
Dä Notar isch ä ruigä und z’friedene Maa,
nur wo d’Berta ihm dryschnorrt, do lärmt er sie aa.
S’git no meh, wo verdienet händ äs Kompliment,
äs sind die, wo im Saal und i dä Chuchi sind grennt, 
sind d’Chuchigeischter und s’Servierpersonal,
wo gsorgt händ für Ässe und Trinke im Saal.
Und no eim möcht ich äs Chränzli winde, 
er häts mit üs nöd liecht gha und ich finde, 
dä Regisseur hät Närve, dä verdient än Orde,
er isch i derä Zyt au no Grossvater worde.
Jezt isch es verby, s’isch wieder Rueh,
d’Theaterchischte, die isch wieder zue.
No do und döt bliebt no en chliine Räschte,
s’isch nöd vom Theater, s’isch dä Kater vom Fäschte.

J. Egli

Pfarreiheim oder Mehrzweckhalle?

Ein Meilenstein in der Geschichte der Theatergruppe wurde an der GV vom 17.09.82 gesetzt. Nachdem die neue Mehrzweckhalle Sigristhofstatt ihrer Bestimmung übergeben worden war, stellte sich auch für uns die Frage eines eventuellen Spielortwechsels. Zudem stand in diesem Zusammenhang auch ein Zusammenschluss mit der ehemaligen Theatergesellschaft zur Diskussion. Nach einem intensiven Abwägen der Vor- und Nachteile wurde mit grosser Mehrheit der Verbleib im Pfarreiheim beschlossen. Über eine Fusion mit der Theatergesellschaft wurde hingegen kein Beschluss gefasst; man wollte die Tür für eine mögliche Zusammenarbeit noch offen lassen. Dazu kam es aber nie. Auf die Sennenchilbi 1986 hin wurde eifrig an einer gemeinsamen Aufführung der “Älplerchilbi” von Andreas Zimmermann geplant. Aus Kostengründen wurde das Projekt schweren Herzens fallen gelassen. Ein paar Jahre später (1992) wurde das Heimatschutztheater aufgelöst.

Verbandsbeitritt:

Im Jahre 1983 trat die Theatergruppe Weggis dem Zentralverband der Schweizer Volkstheater ZSV bei. Diese Mitgliedschaft brachte eine gewisse Werbung, war der Name der TG Weggis von nun an in den Verbandslisten enthalten und die jeweiligen Aufführungen wurden in der “Theater-Zytig” publiziert. Auch konnte man von Kursangeboten (Regie, Spiel, Maske) profitieren. Durch die spätere Tätigkeit (1992 - 1996) unseres Ehrenmitgliedes Ursi Schwab im Verbandsvorstand wurde “Weggis” nachhaltig wahrgenommen, was nur von Nutzen sein konnte. 

Pubertätsjahre

Ein durchschlagender Erfolg brachte das Theater 1988 “E Stube voll Meitli”. Erstmals führte Otti Schilliger Regie und konnte mit mehreren neuen jungen Spieler/innen seine vielfältigen Ideen auf der Bühne umsetzen. 1’474 Zuschauer, bis heute unerreichter Rekord, freuten sich an dem jugendlich frischen Stück. Ein bravouröses Regie-Debut. Eine neue Theater-Ära hatte ihren Anfang genommen. Der Verein war inzwischen 13-jährig, er kam sozusagen in die “Pubertät”. Es wurde nach neuen Wegen gesucht, Bestehendes verändert, Neues ausprobiert, Altes eliminiert..... Nicht allen Mitgliedern behagte dieser Umbruch und die Jahre 1992 bis 1995 wurden schwierig. Es machte sich eine gewisse Orientierungslosigkeit breit. Zudem stellten sich Personalsorgen ein, denn das Angebot an Freizeitgestaltung war sehr vielfältig geworden. Besonders männliche Rollenträger waren gesucht. Mit Ach und Krach konnten die Saisons 93 und 94 doch noch bestritten werden, ab 1994 wieder einmal unter einer neuen Regie: Bis 1996 übernahm Evi Imgrüth das Zepter. 

Volljährigkeit:

An einer denkwürdigen GV im September 1994 im Hotel Friedheim wurde hart und offen diskutiert und beraten. Schliesslich war man sich wieder einig, man wollte nur Eines: “Theaterspielen”. Irgendwie ist es wie eine Sucht. Mit neuem Elan und viel Engagement starteten wir in die Saison 1995. Inzwischen hatte unser Verein ja die Volljährigkeit erlangt. Die Zeit des Suchens war vorbei und es zeichneten sich wieder klarere Strukturen ab, ein gutes Omen auf unseren 20. Geburtstag hin. “E Blitz i d’Bettstatt” (der Ehestreik) hiess das Jubiläums-Stück. Dabei wurde uns bewusst, dass Zank und Streit auf der Bühne um einiges schwieriger zu inszenieren sind als Glück und Freude. Warum soll dies im Alltag umgekehrt sein? Die Teilnahme am Sennenchilbi-Umzug 1996 mit dem Thema “Wöschete” vermochte den letzten Rest der jugendlichen Sturm- und Drangjahre reinzuwaschen. Mit 25 Jahren sind wir nun erwachsen und reifer geworden, ins menschliche Alter übertragen, Zeit um für Nachwuchs zu sorgen.

Nachwuchs/Kindertheater:

1990 wagte sich Ursi Schwab, unsere Theaterfrau mit Leib und Seele, mit ihren Kindergärtlern und einigen Flötenschülern an ein Theaterexperiment. Die Kinder machten begeistert mit und die anspruchsvolle Aufführung der “Zauberflöte” wurde zum vollen Erfolg. Beflügelt durch diesen Erfolg und durch ihre grosse Liebe zum Theater startete Ursi Schwab im Rahmen der Musikschule der Seegemeinden ein Kindertheaterkurs. Auf Initiative von John Wolf-Brennan wurde 1993 unter dem Patronat des “Musiksommer Weggis” das musikalische Märli “d’Zwärge vom Chilewald” von Anton Bucher und Karl Wolf zum Besten gegeben und zwar in einer Co-Produktion der Musikschule, der Primarschule und des Kindertheaterkurses. Auch einige Theatergruppen-Mitglieder waren involviert und konnten weitere Mithelfer/innen für das Theater begeistern und gewinnen. Seit einigen Jahren führt Ursi Schwab im Rahmen des Osterferienprogrammes regelmässig eine Theaterwoche durch. Dass diese wertvolle Basisarbeit Früchte trägt, kam in jüngster Zeit schon in verschiedenen Produktionen der Theatergruppe zum Ausdruck und insbesondere dürfen wir in unserer Aufführung zum 25-Jahre-Jubiläum vom Januar 2001 davon profitieren. Ursi, herzlichen Dank für Deinen nimmermüden Einsatz für das Theater.

In diesen Dank eingeschlossen seien auch alle aktuellen und ehemaligen Gruppenmitglieder und jeweiligen Mithelfer/innen. Sie alle haben dazu beigetragen, dass unser Verein heute auf gesunden und jungen “Brettern” (sprich Füssen) dasteht. Ebenso danken wir unserem treuen Publikum, das uns jedes Jahr mit seinem Besuch beehrt, sowie allen Freunden und Gönnern unseres Theaters für ihre Unterstützung. Wir wünschen uns weiterhin viel Mut, Kraft und Energie, vor allem aber eine grosse Portion Freude und Spass, damit die Weggiser Theatertradition noch lange erhalten bleibt.